Brisanter Fahrermangel

Keine Fahrer, keine Fracht

Die Gleichung ist denkbar einfach: Ohne Fahrer kommt die Lkw-Ladung nicht ans Ziel. Das äußert sich schon heute: Jedes Jahr gehen laut Kraftfahrtbundesamt rund 67.000 Berufskraftfahrer in Rente. Dem gegenüber stehen jährlich nur 27.000 Berufseinsteiger. Welche Konsequenzen hat diese Entwicklung? Und welche Lösungen sind denkbar?

 

Grundsätzlich wächst die Logistikbranche. Der E-Commerce-Aufschwung hält auch 2019 an, die Globalisierung verwischt Ländergrenzen im Warentransport und verlängert Versorgungsketten. Diese Trends schlagen sich konkret in steigenden Sendungsvolumen und im Zuwachs der Tonnage nieder. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Allerdings gibt es in der komplexen Lieferkette einen Baustein, der immer mehr wegbricht: Der Branche fehlen schlicht die Lkw-Fahrer. Dieses Hindernis betrifft besonders Waren, die auf der Straße befördert werden. Die Auswirkungen gehen aber weit über den Landtransport hinaus: In der Regel wird bei längeren Transporten eine Kombination aus multimodalem Verkehr gekoppelt und so trifft man zumindest auf der letzten Meile auf das Nadelöhr Straße.
 

Die Lage spitzt sich zu: Laderaumknappheit wird zum Problem

Aufgrund der hervorragenden Straßeninfrastruktur in Europa, wächst die Nachfrage vor allem beim gewerblichen Güterkraftverkehr. Denn Touren können hier im Gegensatz zu den Alternativen Schiene oder Luft schneller umgesetzt werden und bieten in der Planung wesentlich mehr Flexibilität. Die Folge ist eine erhöhte Nachfrage des Güterkraftverkehrs, die immer mehr eine Überlastung wird. Allerdings ohne die erforderlichen Lkw-Fahrer. Betroffen vom Engpass sind dabei besonders Konsumgüter wie Bekleidung, Textilien, Möbel oder Elektroerzeugnisse sowie die Lebensmittelindustrie. Bereits 2018 waren erste Transportengpässe spürbar, die sich in den nächsten Jahren zuspitzen werden. Von einem drohenden Versorgungskollaps in Deutschland warnt sogar eine Verbändeinitiative aus Transport, Logistik, Industrie und Handel.

Langfristig steht also eine sehr hohe Nachfrage nach Laderaum einem immer geringer werdenden Angebot an Platz gegenüber. Ein echtes Problem also, das die Logistikbranche gerade zu lösen versucht. Erste Ansätze sind da, aber man ist noch weit von einer echten Lösung entfernt. 
 

Trends und Entwicklungen
 

Autonomes Fahren:

Lkw-Hersteller testen selbstfahrende Trucks bereits im Straßenverkehr. Da sich der Fahrerengpass zuspitzt, bekommt dieses Thema zunehmend Aufwind. Experten wie die von PricewaterhouseCoopers , sind sich deshalb sicher, dass bis 2030 Lkw-Fahrzeuge komplett ohne Fahrer auskommen werden.

Steigerung der Attraktivität des Berufs:

Bis 2030 sind es noch elf Jahre. Da der Fahrermangel akut ist, müssen jetzt Maßnahmen her. Branchenverbände und die Industrie arbeiten deshalb daran, das Image und die Attraktivität des Fahrerberufs aufzupolieren. Wie? Etwa durch gezieltes Marketing, eine neue Vergütungsstruktur oder die Ansprache von Frauen.

Digitale Unterstützung:

Trotz Laderaumknappheit gibt es immer noch zu viele Leerfahrten. Etwa 20% der Lkw auf europäischen Straßen fahren ohne Ladung. Durch digitale Lösungen wie Online-Frachtenbörsen oder Services zur Tourenplanoptimierung können Logistiker ihre Transporte erheblich effizienter gestalten.

Schienengüterverkehr:

Um die Straße zumindest partiell zu entlasten setzen Politik und Transportwirtschaft auf den „Masterplan Schienengüterverkehr “. Die Bundesregierung baut auf diese Lösung im Koalitionsvertrag und steuert mit einer Finanzierung zur Senkung der Trassenpreise einen großen Beitrag bei.

Was kann man heute schon tun? 

Auch wenn erste Maßnahmen und Projekte eingeleitet wurden, wird es dauern, bis die Umsetzung und vor allem die positiven Effekte für die Branche spürbar sind. Unternehmen müssen deshalb jetzt handeln und ihre Transporte effizienter gestalten. Eine optimierten Tourenplanung kann hier helfen. Diverse Tools zur Unterstützung sind auf dem Markt und warten darauf, die Logistikbranche zu verändern.

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