Auf einen cleveren Mix kommt‘s an

Der EU Green Deal: Chancen durch kombinierten Verkehr und digitale Lösungen.

Kein Verkehrsträger kann alles. Aber gemeinsam können sie sehr viel erreichen. Das gilt auch für die ehrgeizigen Zielsetzungen des europäischen Green Deal zur Senkung von Treibhausgasmissionen. Eine intelligente Verbindung der Modalitäten ist dafür unabdingbar. Genauso wie die Einbeziehung modernster IT-Lösungen.

Ende dieses Jahres wird der europäische Green Deal ein Jahr alt. Das im Dezember 2019 von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellte Konzept zur Senkung des Treibhausgasausstoßes denkt aber in anderen Zeithorizonten. Mit dem Grünen Deal sollen die Emissionen im Verkehrssektor bis 2050 um 90 Prozent gesenkt werden. Auf diesen entfällt rund ein Viertel der Treibhausgasausemission in der Europäischen Union.
Die Straße zählt dabei aufgrund ihrer starken Rolle in der Beförderung von Personen und Waren zu den stärksten Verursachern. Dies zeigt eine Analyse des Statistical Pocketbook 2019:

Anteil der Treibhausgasemissionen je Verkehrsträger

  • Straße – 71,7 Prozent
  • Zivilluftfahrt – 13,9 Prozent
  • Schiff – 13,4 Prozent
  • Schiene – 0,5 Prozent
  • Andere – 0,5 Prozent

Kombinierter Verkehr als wichtige Option
Neben Straße, Schiene sowie den Luft- und Wasserwegen zählt der Kombinierte Verkehr in einigen Rechnungen als 5. Modalität. Unabhängig davon, ob jeder dieser Rechnung folgt, können durch die clevere Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger bedeutende Effizienzpotenziale gehoben werden.
Clemens Bochynek, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr, lässt sich in diesem Herbst in der „DVZ“ mit der folgenden Aussage zitieren: „Im Vergleich zum reinen Straßentransport kann der KV weniger als 50 Prozent der CO2-Emissionen auf der gleichen Distanz aufweisen.“

Digitallösungen an Bord holen
Über exakte Kennzahlen lässt sich sicher trefflich diskutieren. Unbestritten scheint jedoch, dass zur Umsetzung dieser Möglichkeiten die Einbeziehung frischer, digitaler Ansätze essenziell ist. Eine notwendige Standardisierung von Datenstrukturen, Ladeeinheiten, Umschlaggeräten, die Clemens Bochynek für einen effizienten KV berücksichtigt haben will, wird zu Beginn der 2020er-Jahre sicher nicht mit Kugelschreiber und Klemmbrett realisiert.
Auch die Europäische Kommission fasst es in ihrem Infoblatt „Nachhaltige Mobilität – Der europäische Green Deal“ vom vergangenen Dezember deutlichen zusammen:

Chancen durch Digitalisierung nach Angaben der EU:

  • Automatisierte Mobilität und intelligente Verkehrsmanagementsysteme werden dazu beitragen, den Verkehrssektor effizienter und sauberer zu machen.
  • Es werden intelligente Anwendungen und Lösungen für „Mobilität als Dienstleistung“ entwickelt.

Straßentransport mit wichtigem Beitrag
Einige Teilstrecken von Warentransporten werden in der Zukunft sicher häufiger als bisher auf leistungsfähige Schienen und Wasserwege verlegt. Auch in der Citylogistik des Jahres 2050 werden Fahrräder oder eine unterirdische Beförderungsstrukturen eine größere Rolle spielen. Aber der Lkw – ob bereits autonom fahrend oder noch nicht, ausschließlich mit Elektromotor, Wasserstoff als Antrieb oder anderen alternativen Kraftstoffen bewegt – behält mit Sicherheit für viele Routen, zuvorderst die letzte Meile, seine hohe Bedeutung.
Mit intelligenten IT-Lösungen zur Steuerung von Truckflotten und allen damit verbundenen Aufgaben kann der Straßengütertransport auch künftig einen signifikanten Beitrag innerhalb multimodaler Logistikketten leisten.

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