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Nachhaltigkeit in der Logistik

Wie ökologische und ökonomische Ziele miteinander vereint werden können

Von Nadine Schinko

Nachhaltigkeit ist aktuell in aller Munde: viele Unternehmen haben das Thema schon in ihre Strategie eingebaut, um so Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen. Besonders in der Transport- und Logistikbranche ist die Nachhaltigkeit wegen der damit verbundenen hohen CO2-Emissionen zu einem großen Thema geworden, wobei sie unter einem zunehmenden Druck stehen nachhaltige Prozesse einzuführen.

„Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen verfügt bereits über eine nachhaltige Logistikstrategie oder ist dabei, eine solche einzuführen. 30 Prozent der befragten Unternehmen wurden dabei in der Studie in die Kategorie "führend" in der nachhaltigen Logistik eingestuft: Sie verfügen bereits über entsprechende Strategien oder sind dabei, diese umzusetzen und sie haben sich bereits absolute CO2-Reduktionsziele für ihren Logistikbetrieb gesetzt und sind in der Lage, die damit verbundenen CO2-Emissionen differenziert zu messen. Am anderen Ende der Skala stehen 15 Prozent der Unternehmen, die ihre Logistikemissionen derzeit nicht messen. Ein Drittel hat sich noch keine Ziele zur Reduzierung der Emissionen gesetzt.“
-    Kühne Logistics University (KLU) & The European Freight & Logistics Leaders' Forum (F&L)

Nachhaltigkeit in die Logistikstrategie einzubauen ist schonmal der erste Schritt in die Richtige Richtung. Aber was sind wichtige Punkte und Änderungen, die solch eine Strategie beinhalten sollte? Besonders für kleine Flotten müssen sich ökologische Handlungen auch wirtschaftlich rechnen. Nur aus purer Begeisterung können sie nicht auf den Zug aufspringen. RIO sieht die Digitalisierung als große Chance einer grünen Logistik näher zu kommen.

 

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TRATON hat zusammen mit RIO-CEO Jan Kaumanns und Prof. Frank Straube von der TU Berlin einen Podcast aufgenommen, in dem sie genauer darüber sprechen.

Jan Kaumanns erklärt in dem Podcast, dass sich ökonomisches und ökologisches Handeln nicht immer ausschließen müssen: Oft führt eine nachhaltige Veränderung auch zu einem positiven wirtschaftlichen Effekt. So kann eine Steigerung der Energieeffizienz oder die ökologische Fahrweise der Fahrer dabei helfen, Kosten zu senken.   
Transparenz ist für die nachhaltige Logistik ein wichtiger Bestandteil. „Only what you can messure, you can manage.“ – so Jan Kaumanns. Und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel: digitale Services können nicht nur dem Fahrer helfen seine ökologische Fahrweise zu verbessern, sondern auch den Disponenten dabei helfen Ausfallzeiten oder Leerfahrten zu vermeiden.

Transparenz kann besonders durch die Ortung von Fahrzeugen, sowie Einsatz- und Fahrstilanalysen gewährleistet werden.

1.    Stau- und Wartezeiten reduzieren
Lieferungen die per GPS getrackt werden erfolgen aufgrund der Echtzeit-Informationen und ETA-Prognosen öfter reibungslos. Staus können auf kürzestem und effizientesten Weg umfahren werden, sodass unnötige Kilometer in fremden Gebieten oder lange Wartezeiten im Stau vermieden werden. Das führt im Endeffekt zu der Reduzierung der Schadstoffemission.


2.    Routen und Fahrstile optimieren
Einige digitale Systeme bieten Fahrthistorien bis zu mehreren Monaten an, wodurch Sie lange Zugriff auf ihre historischen Daten bekommen. So können verschiedene Routen für regelmäßige Touren verglichen und nachhaltig optimiert werden. Zudem können diese Daten dazu dienen dauerhaft das ökonomische Fahren Ihrer Fahrer zu tracken und diese entsprechend auf Nachhaltigkeit zu schulen.


3.    Leerfahrten vermeiden
Eine erhöhte Auslastung aller Fahrten durch beispielsweise digitale Frachtenbörsen kann die Anzahl der Leerfahrten verringern, sodass jeder Transport effizient und profitabel ist. Auch eine gute Datenanalyse im Hinblick auf die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer kann helfen die Auslastung einzelner Fahrten zu erhöhen. Eine Auslastung der Fahrten hat so nicht nur einen nachhaltigen Aspekt, sondern wirkt auch kostensenkend.

Digitalisierung – die Lösung

Nicht nur der Blick auf Transport sondern eine ganzheitliche Betrachtung ist notwendig um die Barrieren reduzieren zu können und eine vollkommen nachhaltige Branche schaffen zu können. Die Digitalisierung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Bestandteil: nur so können sich alle relevanten Unternehmen untereinander connecten und Daten austauschen. In Deutschland gibt es 60.000 Flotten, wovon über 80% weniger als 10 Fahrzeuge haben – das ist ein wesentlicher Teil der Branche. So kommt es besonders auf die kleinen Speditionen und Transportunternehmen an einen Schritt nachhaltiger zu werden.

Nicht aber nur aus Sicht der Umwelt, sondern auch aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit, ist es an der Zeit nachhaltige Prozesse in das eigene Unternehmen einzugliedern:
Laut einer BVL Studie von 2020 erhalten schon jetzt mindestens 25% der Logistikdienstleister Anfragen für einen nachhaltigen Transport. Für die Zukunft werden sogar bis zu 60% häufig beziehungsweise sehr häufig Anfragen für nachhaltige Logistik erwartet. Diese Zahlen decken sich mit den Aussagen der Verlader: etwa 25% setzen schon jetzt Nachhaltigkeit für die Vergabe von (sehr) vielen Transportaufträgen voraus. In Zukunft wird demnach erwartet, dass sich diese Zahl auf 65% erhöht.



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Nadine Schinko

Marketing Communications
E-Mail: nadine.schinko@rio.cloud

Autorin |  Sie klärt über verschiedene Probleme und Fragen in der Logstikbranche auf, ohne dass die Leser ein Fremdwörterbuch benötigen. Sie studiert Onlinemarketing und ist seit über einem Jahr Teil des RIO Marketing-Teams.