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On-Premise oder SaaS (Software as a Service)

Was ist für Ihr Unternehmen geeignet?

Von Nadine Schinko
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Nicht wenige Unternehmen stehen im Zuge der Digitalisierung vor der Frage welches Softwaremodell für das eigene Unternehmen passender ist. Wo die unternehmensinternen Daten gehostet werden, sollte man nicht voreilig entscheiden. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig zu wissen was die verschiedenen Softwaremodelle On-Premise und Saas ausmacht und welche Vorteile sie jeweils bieten können.

Zusammen mit unserem RIO Experten Christian Deger schauen wir uns die Modelle genauer an. Welches Modell nun für welches Unternehmen besser geeignet ist, löst er am Ende des Artikels auf.

SaaS – Software as a Service: Was ist das eigentlich?

SaaS ist eine cloudbasierte Software, weshalb Nutzer meist über einen Browser auf die Anwendung zugreifen können. Und genau das ist einer der größten Vorteile von SaaS: Der Zugang zu den eigenen Daten ist von überall möglich, da nur ein Login in die Cloud über das Internet notwendig ist. Die Software ist nicht an ein Gerät gebunden. Dementsprechend sind aber auch die Daten auswärts, also auf einem externen Server, gespeichert.

Alle notwendigen Hardware- und Software-Ressourcen werden vom Anbieter bereitgestellt. SaaS-Lösungen werden abonniert, was bedeutet, dass die Lösung mit regelmäßigen Lizenzzahlungen vergütet wird. Dieses Nutzungsentgelt beinhaltet die Nutzung der Software, sowie auch die Hardware und sonstige Leistungen wie Wartungen und Support.

Ein besonderer Tipp von Christian: 

„Viele Unternehmen haben wegen des Datenschutzes Bedenken, sich für das Softwaremodell SaaS zu entscheiden. Diese Sorgen sollte aber kein Grund sein, sich gegen SaaS zu entscheiden: Wer beim Thema Datenschutz sichergehen möchte, sollte einen Provider wählen, der seinen Sitz in Europa hat – dieser muss Daten nach der GDPR (General Data Protection Regulation), auch als EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bekannt, verwalten. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die SaaS-Lösung eine Prüfung nach speziellen Sicherheitsnormen durchlaufen hat.“

 

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On-Premise – der Klassiker der Softwaremodelle

On-Premise ist im Gegensatz zu SaaS eine serverbasierte Software. Das bedeutet also, dass die Daten auf unternehmenseigenen Servern gespeichert werden. Übersetzt man den Begriff in Deutsche heißt On-Premise auch so viel wie „in den eigenen Räumen“ oder „vor Ort“. Nutzer erhalten über eine Desktop-Anwendung Zugang zu der Software. Die On-Premise-Lösung wird einmalig als CD-R oder Download gekauft oder aber auch gemietet, welche dann auf der eigenen oder einer gemieteten Hardware installiert wird. Aus diesem Grund hat der Nutzer auch die Möglichkeit die Software individuell auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen zu lassen: Die gekaufte Software ist die Basis, welche an bestimmte Anforderungen angepasst und erweitert werden kann. In diesem Falle wird die Software vom Anbieter installiert, welcher dann auch die Anpassungen vornimmt. Das bringt aber hohe Kosten und eine aufwendigere Anwendung mit sich.

Dieses Softwaremodell galt lange Zeit als Standard-Modell, jedoch wird es in der digitalen Welt immer mehr von SaaS abgelöst. Für bestimmte Branchen und Nutzer hat aber dieses Modell trotzdem noch Vorteile.

Auch hier gibt Christian aber einen Tipp:

„Ihre Daten sind nur auf Ihren eigenen Servern gespeichert. Falls Sie eine On-Premise-Lösung wählen, sollten Sie daher Ihre Daten vor einem Verlust durch Soft- oder Hardwareproblemen schützen. Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig mit externen Backups – so können Daten im Notfall wiederhergestellt werden. Aber auch hierfür werden Sie Fachpersonal benötigen.“

 

Vorteile im Vergleich
SaaSOn-Premise

Abonnement-Modell
Sie können die Software nach Notwendigkeit abonnieren. Der Subscription-Zeitraum ist je nach Anbieter unterschiedlich.

Integration in die eigene Infrastruktur
Sie behalten die vollständige Kontrolle über Ihre Daten und die Software. 
Flexibilität und Mobilität
Der Zugang zu den eigenen Daten ist nicht auf ein Gerät beschränkt: Die cloudbasierte Software ermöglicht den Zugriff von sämtlichen internetfähigen Endgeräten.
Zugriff über Desktop-Anwendungen
Der Zugriff durch Unbefugte und weitere Sicherheitslücken kann vermieden werden.
Offline-Modus
Einige SaaS-Lösungen benötigen keine dauerhafte Internetverbindung (z.B. mit einem Offline-Modus).
Höherer Datenschutz
Es ist ein höherer Datenschutz als bei SaaS möglich, der jedoch auch selbstständig umgesetzt werden muss.
IT-Support inbegriffen
Der Cloud-Anbieter hat IT-Experten vor Ort, die für eine reibungslose Nutzung sorgen.
Keine Internetverbindung notwendig
Sie können jederzeit auch ohne Internetzugang auf Ihre Daten zugreifen. (Solange keine Internetverbindung steht, können diese allerdings nicht aktualisiert werden)
Weniger Aufwand
Sie profitieren von einem geringeren Verwaltungs- und Sicherungsaufwand Ihrer Daten.
 
Großer Speicherplatz
Die Cloud kann Ihnen (je nach Anbieter und Abonnement) unbegrenzten Speicherplatz, sowie automatische Aktualisierungen und Downloads von Updates bieten.
 

Sie müssen weniger Geld auf einmal investieren:    
Sie müssen sich nicht extra eine Hardware dafür zulegen, denn diese stellt der Anbieter zur Verfügung.
Sie benötigen keine IT-Experten in Ihrem Unternehmen, die sich um Wartung und Support kümmern müssen, denn beides wird vom Anbieter übernommen.

 
Nachteile im Vergleich
SaaSOn-Premise
Abhängigkeit
Viele der eben genannten Vorteile machen Sie jedoch auch abhängig von Ihrem Anbieter und der Verfügbarkeit der Anwendung.
Volle Verantwortung
Sie tragen allein die volle Verantwortung für ihre Daten, sowie für die Soft- und Hardware und gehen damit ein bestimmtes Risiko ein.
Datenschutzfragen
Ihre unternehmenseigenen Daten werden auf einem externen Server gespeichert. Es gibt immer eine gewisse Unsicherheit, was den Datenschutz angeht.
Zusätzliche Kosten
Sie müssen die kompletten Kosten für IT-Personal, Wartung und Hardware zusätzlich zu den Lizenzgebühren übernehmen.
Keine Kontrolle
Alles wird für Sie erledigt, dadurch verlieren Sie aber auch die Kontrolle. Beispielsweise können unerwartete Störungen oder Wartungen den Arbeitsablauf stören.

Bedarf an IT-Personal
Sie benötigen nicht nur Hardware, sondern auch IT-Personal: Aktualisierungen und Updates müssen von Ihnen ausgeführt werden.

 Gefahr des Datenverlusts
Die Software ist an ein Gerät gekoppelt. Ist dieses Gerät aus irgendwelchen Gründen nicht mehr funktionsfähig, kann nicht mehr auf die Software und die eigenen Daten zugegriffen werden.

Jedes der Softwaremodelle hat viele und relevante Vor- und Nachteile. Was ist nun für Sie und Ihr Unternehmen geeignet?

Christian spricht Klartext:

„Welches der Softwaremodelle nun für Ihr Unternehmen geeignet ist, kann nie pauschal beantwortet werden. Es gibt hier viele Variablen, die in die Entscheidung mit einfließen sollten: Welche Bedürfnisse und Anforderungen hat Ihr Unternehmen? In welcher Branche ist Ihr Unternehmen tätig? Welche Ressourcen hat Ihr Unternehmen zur Verfügung?  

Man kann jedoch eine Empfehlung abgeben: On-Premise-Lösungen sind besonders für Unternehmen geeignet, die einen hohen Sicherheits- und Datenschutzanspruch haben. Darunter fallen dann beispielsweise Unternehmen in der Finanzbranche, die ihre Daten Inhouse verwalten und archivieren können. SaaS-Lösungen sind zu empfehlen, wenn die konkreten Anforderungen an den Funktionsumfang, die Sicherheit und den Datenschutz abgedeckt werden. Man kann dann beruhigt die Vorteile der Software nutzen und die Aufwände dem Anbieter überlassen.“

 



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Christian Deger

Head of Platform and Architecture
E-Mail: christian.deger@rio.cloud

Christian ist unser Software-Held und verantwortet als Head of Platform and Architecture alle technischen Themen rund um die RIO Plattform.

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Nadine Schinko

Marketing Communications
E-Mail: nadine.schinko@rio.cloud

Autorin |  Sie klärt über verschiedene Probleme und Fragen in der Logistikbranche auf, ohne dass die Leser ein Fremdwörterbuch benötigen. Sie studiert Onlinemarketing und ist seit über einem Jahr Teil des RIO Marketing-Teams.